Gefahren

Die wildlebenden Koalas sind einer Vielzahl von Bedrohungen ausgesetzt. Die Allergrößte ist jedoch die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes durch uns Menschen.

Waldrodungen

Die meisten natürlichen Lebensräume der Koalas sind bereits unwiederbringlich zerstört worden, durch die anhaltende Rodung weiter Gebiete entlang der australischen Ostküste, u. a. zur Erschließung von neuem Bauland für Siedlungen, Häuser, Straßen, Firmengelände, zur Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und für die Minen- und Holzwirtschaft. Wir Menschen haben uns mittlerweile so an die Errungenschaften der Moderne gewöhnt, dass wir nicht mehr darauf verzichten möchten und können. Um den Fortbestand unseres heutigen Lebensstandards jedoch zu garantieren, sollten wir für die Zukunft planen und die natürlichen Rohstoffe der Erde besser und nachhaltiger nutzen. Nach Auffassung der Australian Koala Foundation sollte sowohl in Australien, als auch im Rest der Welt, zumindest versucht werden mehr Rücksicht auf die Natur und die dort lebenden Tiere zu nehmen. Die Menschen müssen umdenken lernen und weltweit nach alternativen, umweltverträglicheren Lösungen für die heutigen Probleme suchen (z. B. Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs, Recycling, alternative Energiequellen etc.). Klicken Sie hier, für weitere Informationen über den Lebensraum des Koalas.

Das Abholzen der Eukalyptuswälder bedeutet für alle Wildtiere, die Koalas eingeschlossen, sehr viel Leid in Form von:

  • dem Verlust ihres natürlichen Lebensraumes
  • einer starken Zunahme der Störungen durch Menschen
  • Verletzungen oder Tod durch Autos
  • Verletzungen oder Tod durch Hunde und Katzen
  • Vergiftungen durch Pestizide und andere Chemikalien aus Garten und Haushalt, die in das Grundwasser gelangen
  • einem härteren Wettbewerb um Nahrung und Reviere unter den Koalas, durch Zusammendrängen der Tiere im verbliebenen Lebensraum
  • erhöhtem Stress, der die Tiere anfälliger für Krankheiten macht

         

Autos und Hunde

Autos und Hunde werden zu einer sehr großen Gefahr für die wilden Koalas, besonders wenn ihre Lebensräume durch neugebaute Wohngebiete oder Straßen gestört werden. So fallen jedes Jahr mehr als 4.000 Koalas Autos und Hunden zum Opfer. Selbst wenn die Tiere kleinere Unfälle und Hundeattacken im ersten Moment überleben, verenden dennoch viele davon hinterher an den Folgen oder erkranken, da sie durch den erlittenen Stress stark geschwächt werden. Die Australian Koala Foundation unterhält zur Aufklärung von Hundehaltern in Australien eine eigene Internetseite in englischer Sprache. 

Buschfeuer/ Waldbrände

Koalas sind durch Buschfeuer stark gefährdet, obwohl diese natürlicherweise in Australien auftreten. Schon die Aborigines (australische Ureinwohner) haben kleinere Brandrodungen in bestimmten Waldgebieten vorgenommen. Mit der Besiedlung durch die Europäer ist jedoch auch das Auftreten von großen, unkontrollierten Waldbränden dramatisch angestiegen. Problematisch ist dies besonders, wenn mehrere Koala-Populationen von bebauten Gebieten umgeben sind. Bedroht das Feuer dann den Eukalyptuswald, besteht für die Tiere keine Ausweichmöglichkeit mehr. Dies führt dazu, dass durch ein einziges Feuer eine gesamte Koala-Population in kürzester Zeit ausgelöscht wird und hunderte von Koalas auf einmal sterben können. Klicken Sie hier, um über die letzten Buschfeuer in Australien zu lesen, von denen Koalas betroffen waren (in Englisch).

         

Krankheiten

Es sind vier verschiedene Krankheiten bei Koalas bekannt, die alle durch das Chlamydia-Bakterium hervorgerufen werden: Bindehautentzündung (Konjunktivitis), die zur Blindheit führen kann, Lungenentzündung (Pneumonie), Infektion des Urinalbereichs und Infektion der Geschlechtsorgane, was bei Weibchen zur Unfruchtbarkeit führen kann. Die Symptome einer Chlamydien-Infektion äußern sich in Form von geschwollenen, entzündeten Augen, Brustinfektionen und einem feuchten bzw. einem stark verunreinigten Hinterteil. Chlamydien sind für wildlebende Koala-Populationen, in einer intakten natürlichen Umgebung mit genügend zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen, nahezu harmlos und können dort als natürliche Geburtenkontrolle angesehen werden. Zu einem ernsthaften Ausbruch kann es jedoch in Zeiten von großem Stress kommen, der meist durch die (Zer-)Störung des Lebensraumes durch den Menschen hervorgerufen wird. Bei "chlamydia-freien" Koala-Populationen, die in Gebieten angesiedelt wurden, wo sie ursprünglicherweise nicht vorkommen und wo es nicht genügend Lebensraum für sie gibt (z. B. auf einigen Inseln vor der Küste Victorias und auf "Kangaroo Island" in South Australia), sind durch diese unnatürliche Situation sogar Überbevölkerungsprobleme aufgetreten. Dies ist jedoch nicht der Fall bei den meisten Koala-Populationen des australischen Festlandes, wo sich die Anzahl der Koala-Kolonien in einem ständigen Rückgang befindet. Außer an Chlamydien, können Koalas auch an verschiedenen Krebsarten erkranken, wie z. B. Leukämie und Hautkrebs.

Waldsterben

Veränderungen im Ökosystem durch Umweltverschmutzung können schrittweise zum Absterben der natürlichen Vegetation führen. Die Rodung der ursprünglich fast flächendeckend vorhandenen Wälder Australiens hat einen Flickenteppich an kleineren Waldgebieten geschaffen, die durch baumlose Flächen voneinander getrennt sind. Diese kleineren isoliert gelegenen Waldgebiete sind sehr viel anfälliger für Waldsterben. Obwohl die genauen Ursachen für das Waldsterben noch sehr umstritten sind, glaubt heute die Mehrheit der Wissenschaftler, dass es durch den menschlichen Einfluss auf die Umwelt hervorgerufen wird. Das Absterben der Bäume hängt jedenfalls eng mit Faktoren zusammen, wie Umweltzerstörung (Land-Degradation), Auswaschung von wichtigen Bodennährstoffen, Änderung der Bewuchsart (Anpflanzung von nicht-australischen Pflanzen), schwankende Grundwasserspiegel durch verstärkte Wasserentnahme, Bodenversalzung, verstärkte Erosion durch Wind und Wasser, extremere Wetterlagen (Klimawandel, Ozonloch) und dadurch verstärkter Blattverlust der Bäume (Defoliation).

Der gemeinsame Grund all dieser Faktoren ist in jedem Fall in der Störung des natürlichen Gleichgewichts der Wälder zu finden. Rund 75 Prozent der von den Koalas als Futterquelle bevorzugten Eukalyptusarten sind derzeit vom Waldsterben betroffen.

Andere Bedrohungen

Die natürlichen Feinde des Koalas stellen heute keine bedeutenden Bedrohungen mehr für das Überleben der Wildpopulationen dar. Zu den natürlichen Feinden des Koalas, speziell der Jungtiere, gehören unter anderem Dingos (australischer Wildhund), Adler (Keilschwanzadler), Warane, besonders kräftige Eulen und Pythonschlangen.

Durch die Besiedlung der Europäer gelangten viele nicht einheimische Tiere nach Australien, wovon einige zu einer Gefahr für die australischen Koalas geworden sind. So haben sich z. B. wilde Füchse im australischen Busch verbreitet, die Jagd auf die jungen Koalas machen, wenn die Mutter auf den Boden herunterklettert, um den Baum zu wechseln. Auch große schon lange verwilderte Hauskatzen bedrohen oftmals Jungtiere und Koalababys. Eine weitere Gefahr für die Koalas kann in Form von anhaltenden Dürren drohen.