Lebensraum

Die Koalas sind natürlicherweise nur in Australien heimisch. Ihre Lebensräume (auch "Koala-Habitats" genannt) befinden sich am Festland und auf einigen Inseln der Ost- und Südostküste. Dort findet man diese sympathischen Tiere in den großen trockenen Eukalyptuswäldern oder den etwas mehr im Landesinneren gelegenen tiefliegenden Waldländern - jedoch nicht in den dichten feuchteren Regenwäldern. Heutzutage wird angenommen, dass vor einigen Millionen Jahren die Vorfahren der heutigen Koalas dort beheimatet waren, da zu dieser Zeit fast  ganz Australien mit feuchten Urwäldern bedeckt war. In Westaustralien und im Norden des Kontinents sind heute gar keine Koalas mehr anzutreffen.

Koala-Populationen kommen nur in solchen Gebieten vor, wo es einen geeigneten Lebensraum für sie gibt. Die zwei wichtigsten Faktoren dafür sind (1) das Vorhandensein von bestimmten Baumsorten (für gewöhnlich Eukalyptusarten), die wiederum nur auf bestimmten Böden bei geeigneten klimatischen Bedingungen wachsen und (2) das Vorhandensein anderer Koalas.

Forschungen haben ergeben, dass, obwohl es sehr viele verschiedene Eukalyptusarten gibt, die Koalas nur dort leben, wo die wenigen von ihnen bevorzugten Arten (Lieblingsarten) vorkommen. Um welche Arten es sich dabei handelt, ist von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. So reicht in einem bestimmten Gebiet allein das Vorhandensein verschiedener Eukalyptusarten (von denen bekannt ist, dass sie von Koalas anderswo gefressen werden) nicht dazu aus, um die Ansiedlung einer neuen Koala-Population zu garantieren. Die Koalas verschmähen dieses Gebiet, solange dort nicht mindestens ein oder zwei ihrer bevorzugten "Lieblingsarten" wachsen.

Dies ist auch einer der Gründe, warum es eine Verschwendung von Kraft und Zeit sein kann, wenn man sich auf eine generelle Liste von "koalageeigneten" Bäumen verläßt, um ein "Koala-Habitat" wiederherzustellen. Vergißt man die entsprechende Lieblingsart zu pflanzen, so ist ein späterer Ansiedlungsversuch zum Scheitern verurteilt.

Neueste Forschungsergebnisse haben außerdem bewiesen, dass die Auswahl der Bäume durch die Koalas auch Einfluss auf die soziale Struktur der Populationen hat. Weitergehende Erforschung und das Verstehen des Verhaltens dieser Beuteltiere ist essentiell wichtig, um geeignete Lebensräume zu finden. Bei den Planungen zum Schutz und dem zukünftigen Umgang mit den Lebensräumen der Koalas, muss man diese Faktoren berücksichtigen und stets im Hinterkopf behalten.

Genauso wie Menschen leben Koalas in Gemeinschaften, d. h. sie brauchen den Kontakt zu ihren Artgenossen. Daher ist es wichtig, dass genügend Gebiete mit geeigneten Eukalyptuswäldern erhalten bleiben, die groß genug sind eine gesunde Koala-Population zu beherbergen und auch Raum zur Ausdehnung für die neuen Heimstätten der jungen heranwachsenden Koalas bieten.

Was ist mit den natürlichen Lebensräumen der Koalas passiert?

Seit der Besiedlung Australiens durch die Europäer in Jahre 1788 sind rund 80% der dortigen Eukalyptuswälder zerstört worden. Die verbliebenen 20% sind nur selten geschützt und liegen zum Großteil auf privaten Grundstücken.

Die Siedler haben nach ihrer Ankunft auf dem Kontinent vor allem das fruchtbare Land entlang der Ostküste für ihre Farmen und Städte ausgewählt. Unglücklicherweise leben dort auch die meisten Koalas, da auf den nährstoffreichen Böden auch die Eukalyptusbäume besonders gut gedeihen.

Wie die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume die Koalas beinflusst!

Bevor man Wege zur Lösung der Probleme der Koalas finden kann, ist es erst einmal wichtig das Verhältnis des Tieres zu seiner Umgebung zu verstehen. Um die Auswirkung des Verlusts des Lebensraumes auf die Koalas besser einschätzen zu können, versetzen Sie sich doch einmal in einen Koala und stellen sich vor, wie Sie sich in einer ähnlichen Situation fühlen würden:

Stellen Sie sich einmal vor, Sie kommen nach Hause, nur um festzustellen, dass jemand Ihr Haus und die meisten Häuser aus der Nachbarschaft dem Erdboden gleichgemacht hat. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie nach Hause kämen, Ihr Haus nicht mehr da wäre und Sie Ihre Straße nicht mehr wiedererkennen könnten? Wahrscheinlich würden Sie sich zunächst einmal aufregen und ӓrgern, aber auch beunruhigt, besorgt und bedrückt sein. Dann überlegen Sie sich einmal, wie Sie sich fühlen würden, wenn es keinen Laden mehr gibt, in dem Sie etwas zu essen und zu trinken kaufen könnten. Sie würden wahrscheinlich sehr hungrig und durstig werden. Was wäre, wenn Sie dann auch keinen Ort mehr zum Schlafen und Ausruhen finden könnten? Nach nicht allzu langer Zeit wären Sie wohl nicht nur hungrig, sondern auch noch müde und sicherlich in einem ziemlich schlechten Zustand. Koalas sind genau diesen Gefühlen ausgesetzt, wenn ihre Bäume abgeholzt werden, um Platz zu schaffen für neue Straßen, neue Wohnsiedlungen und neue Farmen.

Sofern sie das unmittelbare Abholzen überleben, birgt die Suche nach einem neuen Revier ebenfalls viele Gefahren. Sollte die nahe Umgebung bereits baulich erschlossen worden sein, sind die Tiere vor allem Bedrohungen durch Desorientierung, Autos, Hunde und Swimming Pools ausgesetzt. Wenn sie keinen Zugang zu einem sicheren ungestörten Stück Eukalyptuswald finden, das groß genug ist eine Koala-Kolonie zu erhalten, so sind ihre Tage als Stadttiere gezählt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Koalas die diesen Problemen und dem damit verbundenen Stress ausgesetzt waren, sehr viel anfälliger für Krankheiten sind und außerdem eine geringere Reproduktionsrate aufweisen.

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