Fakten

  • Koalas sind keine Bären. Sie gehören nicht zur Gruppe der höheren Säugetiere (Plazentatiere oder "Eutheria"), sondern es handelt sich um BEUTELTIERE. Das heißt, ihr Nachwuchs wird unreif geboren und entwickelt sich erst im Schutz des Beutels weiter. Es ist also nicht richtig sie Koala Bären zu nennen; Der korrekte Name ist nur "Koalas".
  • Koalas haben 5 Glieder an jeder Vorderpfote, wobei jedoch zwei von ihnen die Funktion von Daumen übernehmen. Dadurch können sie besser und leichter klettern und sich besser ihre Nahrung greifen. Der zweite und dritte Zeh ihrer Hinterpfoten sind zusammengewachsen und formen eine "Pflege-Kralle".
  • Koalas sind weitgehend nachtaktiv. In der Regel schlafen sie also am Tag und werden nachts munter, wobei es jedoch auch vorkommen kann, dass sie teilweise nachts schlafen und dann tagsüber aktiv sind. Koalas verschlafen oder ruhen in etwa 18-20 Stunden pro Tag.
  • Manche Leute sagen, die Koalas schlafen so viel, weil sie durch die ätherischen Eukalyptusöle ihrer Nahrung betrunken werden. Dies stimmt zum Glück nicht. Koalas verschlafen die meiste Zeit wegen ihrer niedrige Stoffwechselrate. Da ihre Nahrung sowohl giftig, als auch sehr nährstoffarm ist und somit sehr viel Energie zur Verdauung benötigt wird, haben sie Strategien entwickelt, um ihre Energie zu sparen. Langes Schlafen ist eine dieser Strategien.
  • Es gibt zwei Arten von Koalas, die sich in Größe und Fell unterscheiden. Die im Süden Australiens lebenden Koalas sind vergleichsweise größer und haben ein dickeres Fell, als die Tiere aus dem Norden Autraliens. Dies stellt vor allem eine Anpassung an den kälteren Winter im Süden dar.
  • Das Heimrevier eines Koalas besteht immer aus mehreren sogenannten "Heimat-Bäumen", die in regelmäßigen Abständen aufgesucht werden. Das Gebiet, das durch diese Bäume abgedeckt wird, nennt man Heimrevier oder auch HEIMSTÄTTE. Jeder Koala hat seine eigene Heimstätte, welche wiederum die Heimstätten anderer Koalas überlappt. Dennoch besuchen sich die Tiere in der Regel nur zu Paarungszwecken. Die Größe der Heimstätten hängt von einer Reihe von Faktoren ab, wie z. B. dem Geschlecht und dem Alter des Tieres, oder der Qualität des natürlichen Lebensraumes.
  • Männliche Koalas haben eine dunkle Duftdrüse in der Mitte ihrer weißen Brust, die ein bräunliches klebriges Sekret absondert. Mit dieser reiben sie sich an ihren Bäumen, um so ihr Revier zu markieren.
  • Koalas verständigen sich untereinander durch eine Vielzahl von Geräuschen. Das Verwunderlichste, das sogenannte "Koala-Brüllen", besteht aus einer Mischung von Schnarch-, Grunz- und Rülpslauten.
  • Junge weibliche Koalas können für gewöhnlich jedes Jahr ein Junges bekommen. Dennoch gebären nicht alle Weibchen einer wilden Koala-Population jedes Jahr. Besonders ältere Weibchen haben häufig nur noch alle zwei bis drei Jahre Nachwuchs.
  • Jungtiere werden auch als "Joeys" bezeichnet. Wissenschaftler unterscheiden zwischen im Beutel der Mutter lebenden Jungtieren und auf dem Rücken der Mutter sitzenden Jungtieren (auf Grund ihrer Größe).
  • Bei der Geburt sind die Jungen nur etwa 2 cm groß, haben kein Fell, sind blind und ihre Augen und Ohren sind noch nicht vollständig entwickelt. Auf seinem Weg vom Geburtskanal in den Beutel der Mutter verläßt sich das Jungtier ausschließlich auf seinen Geruchs- und Tastsinn, seine starken Vorderpfoten und Klauen und seinen angeborenen Richtungssinn. Erst einmal im Beutel angekommen, begibt sich das Neugeborene an eine von zwei Milchzitzen, die daraufhin in seinem Mund anschwellen und so eine Trennung von der Nahrungsquelle verhindern.
  • Die Jungtiere leben die ersten 6 bis 7 Monate im Beutel ihrer Mutter und ernähren sich ausschließlich von Muttermilch. Bevor das Junge sich durch Eukalyptusblätter ernähren kann, muss es zunächst einmal eine von der Mutter produzierte, weiche, kotähnliche, "Pap" genannte Substanz zu sich nehmen. Das "Pap" ermöglicht es der Mutter wichtige Mirko-Organismen aus ihrem Verdauungssystem an das Junge zu übermitteln, welche essentiell wichtig für die Verdauung der sonst giftigen Eukalyptusblätter sind. Das Junge nimmt das "Pap" nur für einige Wochen zu sich, unmittelbar bevor es den Beutel zum ersten Mal verläßt.
  • Nachdem die Jungen den Beutel verlassen, reiten sie auf dem Rücken oder Bauch der Mutter. Dennoch kehren die Jungtiere noch oft in den Beutel zurück, um dort Muttermilch zu trinken, bis sie schließlich nicht mehr hinein passen. Der junge Koala verläßt die Heimstätte seiner Mutter in einem Alter von 1 bis 3 Jahren, sobald das Muttertier ihr nächstes Junges bekommt.
  • Weibliche Koalas sind nach 2 Jahren vollständig ausgewachsen, männliche hingegen erst nach 3 bis 4 Jahren. Spätestens dann müssen sie ihr eigenes Heimrevier gefunden haben; Entweder in einer freigewordenen Heimstätte eines toten Koalas, oder in einem neuen Bereich des Waldes. Dies ist einer der Gründe, warum Koalas ziemlich große natürliche Lebensräume benötigen.
  • Koalas leben weder in Regenwäldern, noch in Wüstengebieten, sondern ausschließlich in den Eukalyptuswäldern an der australischen Ost- und Südostküste und auf einigen Inseln vor diesen Küsten. Queensland, New South Wales, Victoria und South Australia sind die einzigen australischen Staaten, wo Koalas natürlicherweise in der Wildnis vorkommen.
  • In Australien gibt es über 600 verschiedene Eukalyptussorten, von denen die Koalas jedoch nur eine geringe Anzahl als Nahrung akzeptieren. Koalas sind im Bezug auf ihre Nahrung sehr wählerisch und haben starke Vorlieben für bestimmte Eukalyptusarten. Je nach Region ist es manchmal nur eine und nie mehr als zwei oder drei Arten, die von den dort ansässigen Koalas regelmäßig als Futterquelle genutzt werden (bevorzugte Nahrungsbäume). Erstaunlicherweise werden gelegentlich auch anderer Baumspezies (die nicht der Familie des Eukalyptus angehören) als Nahrungsquelle oder als Schlaf- und Aufenthaltsplatz genutzt.
  • In den verschiedenen Regionen Australiens wachsen unterschiedliche Eukalyptusarten, so dass ein Koala aus dem Bundesstaat Victoria andere Eukalyptusblätter bevorzugt, als z. B. ein Koala aus Queensland.
  • Ein Eukalyptuswald kann, ähnlich einer Weide, nur eine bestimmte Anzahl an Koalas ernähren. Dies wird auch die maximale Tragfähigkeit des Waldes genannt. Gibt es zu viele Koalas in zu wenig Wald, werden zu viele Blätter gefressen, was zum Absterben der Bäume führt, was wiederum das Verhungern der Koalas bedeutet.
  • Ein ausgewachsener Koala frißt jede Nacht zwischen 0,5 und 1 kg Blätter, abhängig von vielen Faktoren, wie z. B. dem Alter des Tieres, seinem Geschlecht und wo es genau lebt.
  • Die Koalas haben für die Verdauung der faserigen Blätter ein außergewöhnliches Organ, das "Caecum" (Blinddarm) genannt wird. Andere Säugetiere und auch der Mensch besitzen zwar ebenfalls einen Blinddarm, das "Caecum" des Koalas ist jedoch im Vergleich dazu sehr lang (200 cm). In diesem Blinddarm befinden sich Millionen von Bakterien, die die sonst unverdaulichen Ballaststoffe aufspalten, so dass sie leichter vom Darm aufgenommen werden können. Trotz dieser Anpassung an den Eukalyptus als Nahrung, ist der Koala dennoch nicht in der Lage mehr als 25 Prozent der Ballaststoffe aufzunehmen. Folglich muss er große Mengen an Blättern fressen.
  • Da die Koalas auch das gesamte in den Blättern enthaltene Wasser aufnehmen, müssen sie nur äßerst selten etwas trinken. In Trockenzeiten können sie jedoch auch direkt Wasser zu sich nehmen, da der Wassergehalt der Blätter dann zu niedrig sein kann.
  • Chlamydien sind Bakterien, die natürlicherweise bei den meisten gesunden Koalas auftreten. Manchmal können diese Bakterien auch zur Erkrankung der Geschlechtsorgane und der Augen schwacher Tiere führen, was meist tödliche Folgen hat. In wildlebenden Koala-Populationen können die Chlamydien jedoch als natürlicher eingebauter Kontrollmechanismus angesehen werden, der die Populationen auf eine für den Wald verträgliche Menge beschränkt. Indem sich nur die stärksten und gesundesten Tiere fortpflanzen können, wird gewährleistet, dass die Bäume nicht zu stark beansprucht und abgefressen werden.
  • Sobald das natürliche Gleichgewicht des Lebensraumes des Koalas gestört wird, können Chlamydien jedoch zum Problem werden. Die Zerstörung seines Lebensraumes setzt das Tier großem Stress aus, da es mit vielerlei Bedrohungen, wie Futtermangel, Autos, Hunden etc. konfrontiert wird. Dieser Stress führt wiederum in vielen Fällen zum Ausbruch einer natürlicherweise sonst nicht vorkommenden Chlamydien-Infektion.
  • DIE GRÖSSTE BEDROHUNG FÜR DIE WILDLEBENDEN KOALAS IST DIE ZERSTÖRUNG IHRER NATÜRLICHEN LEBENSRÄUME. Die Hauptgründe dafür sind Waldrodungen, Buschfeuer und das Absterben des Eukalyptus durch Krankheiten (Waldsterben).
  • Die Australian Koala Foundation schätzt, dass wegen der Zerstörung ihres ursprünglichen Lebensraumes, jedes Jahr bis zu 4.000 Koalas allein durch Hunde und Autos ums Leben kommen.
  • Australien hat eine der höchsten Waldrodungs-Raten der Welt. Seit der europäischen Besiedlung des Kontinents 1788 sind bereits 80% des natürlichen Lebensraumes der Koalas für immer verschwunden.
  • Rund 80% des vebliebenen Lebensraumes befinden sich heute auf privatem Grund und, obwohl die Koalas in manchen Bundesstaaten selbst geschützt sind, steht beinahe gar nichts davon unter gesetzlichem Schutz.
  • Die Australian Koala Foundation (AKF) ist der Meinung, dass sich die australische Regierung für die Bewahrung und den Schutz des verbliebenen Lebensraumes auch auf privatem Grund verantwortlich zeigen sollte.
  • Deshalb hat die AKF einen Antrag bei der australischen Regierung eingereicht, der fordert, den Koala in seinem gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet als "gefährdete Tierart" gesetzlich zu schützen. Dies würde einen wichtigen Schritt auf dem Weg eines einheitlichen nationalen Gesetzes zum Schutz des Koalas (National Koala Act) in ganz Australien darstellen. Weitere Informationen zum Thema National Koala Act finden Sie in englischer Spache hier.
  • Die AKF schätzt, dass es heute nur noch weniger als 100.000 wildlebende Koalas in Australien gibt. Der größte Teil ihres natürlichen Lebensraumes ist bereits unwiederbringlich verloren. Dies macht es umso wichtiger, die verbliebenen Wälder zu schützen!

WÄRE ES NICHT SCHADE, WENN DIE VERBLIEBENEN WILDEN KOALAS KOMPLETT VERSCHWINDEN WÜRDEN?
DAS KANN JEDOCH DURCHAUS PASSIEREN, WENN WIR ES ZULASSEN, DASS IHRE NATÜRLICHEN LEBENSRÄUME WEITERHIN MIT DER HEUTIGEN GESCHWINDIGKEIT ZERSTÖRT WERDEN.